Der Kaperbrief - das Logbuch für die mediale Seefahrt

Seeseitig - Kleine Mittelmeerkreuzfahrt IV

Kommentar: Was dürfen die an den Küsten des Libanon eingesetzten deutschen Kriegssschiffe eigentlich unternehmen? Was ist ihre offizielle Aufgabe und was sollen sie tatsächlich machen? Die Friedensmission der deutschen Bundesmarine im Rahmen des UNO-Mandats (UNIFIL) für den Nahen Osten stößt bereits auf erste Probleme. Wer in Berlin geglaubt hat, dass der Nahosteinsatz der Bundeswehr ohne Kompetenzstreitigkeiten und Zwischenfälle mit denen ablaufen würde, die zuvor nachdrücklich nach militärischer Aufsicht verlangt und das neue deutsche UN-Engagement ausdrücklich gefordert haben, hat sich geirrt. Der deutsche militärische Beitrag zum Frieden im Nahen Osten hat zahlreiche Alternativen. Warum musste man sich auf ein Abenteuer einlassen, bei dem es eigentlich nichts zu gewinnen gibt?
news-online.de vom 26.10.2006: hr 2 berichtet am 24. und tagesschau.de am 25.10.2006, dass “israelische Kampfflieger über einem Schiff der deutschen Bundesmarine (im Einsatz für die Friedenstruppe Unifil) Schüsse in die Luft abgegeben und Raketenabwehrkörper abgefeuert haben. Das Verteidigungsministeriums in Berlin hat den den Zwischenfall und einen entsprechenden Bericht des “Tagesspiegel” bestätigt. tagesschau.de: “Am Dienstag um 10.11 Uhr hätten sechs israelische F-16-Jäger ein deutsches Marineschiff der Unifil-Flotte vor Libanons Küste in geringer Höhe überflogen und “Infrarot-Täuschkörper” abgeworfen. Aus einer der Maschinen seien aus der Bordkanone zwei ungezielte Schüsse in die Luft abgefeuert worden.” Es ist der erste Zwischenfall im deutschen Nahost-Einsatz an der Küste des Libanon. Das israelische Verteidigungsministerium widersprach zunächst den Berichten und stellt fest, dass “im Gegensatz zu den Berichten die israelischen Streitkräfte nicht auf ein deutsches Kriegsschiff geschossen haben.”

tagesschau.de vom 27.10.2006: “Auf diplomatischer Ebene haben die Ereignisse vom vergangenen Dienstag für weitaus größeren Wirbel gesorgt, als bislang nach außen gedrungen ist. Die israelische Regierung bemüht sich gegenwärtig, die offenbar große Verärgerung der Bundesregierung über den Zwischenfall auszuräumen. Vor allem die Tatsache, dass ein weit in internationalem Gewässer operierenden Aufklärungsschiff der Bundesmarine Ziel dieses Überflugs gewesen ist, und nicht küstennah eingesetzte deutsche Unifil-Schiffe, habe für erhebliche Verstimmung gesorgt.”

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