Neue Flaggen gegen den Terrorismus? - Der Nahostkonflikt und die Sicherheit des Westens (Presseclub, ARD 13.8.2006)
” Ist der Krieg gegen den Terror zu gewinnen? ” hat der Presseclub im Ersten Deutschen Fernsehen ARD am 13.8.2006 unter Leitung von Peter Voß gefragt (Diskussion: William Boston, (USA, Deutschlandkorrespondent) Roger Boyes (The Times, Berlin), Joachim Frank (Kölner Stadtanzeiger), Michael Lüders (Nahostexperte, FR), Udo Ulfkotte, (Publizist).
Schon beim Begriff “Krieg” gegen den Terror scheiden sich die Meinungen im Presseclub. Der Nahostexperte Michael Lüders möchte die Gefahr, die von geplanten Terroranschlägen ausgeht, nicht bestreiten, aber er warnt vor dem fatalen Eindruck, der in der islamischen Welt enstanden ist: Dass ‘der Westen’ insgesamt Krieg gegen ‘den Islam’ führt.
Soll man deshalb aber keine Maßnahmen gegen den Terror ergreifen?, will der Moderator wissen und Udo Ulfkotte findet, dass das politische Interesse zukünftig präventiv den potentiellen Terroristen (Zukunft) gelten müsse. Außerdem muss man bei der Analyse der Ursachen die kulturell bedingten Warhnehmungsunterschiede im Auge behalten: Der ‘Verfall der Werte’ im Westen sei für junge Muslime in Europa ein Anlass, sich islamischen Predigern zuzuwenden.
William Boston, USA, erinnert ebenfalls an die mangelnde Integration junger Muslime in die westliche Gesellschaft , die in Zukunft - auch im Sinne der Terrorismus-Prävention - viel mehr Aufwand und viel mehr Interesse erfordere als bisher.
Auch Roger Boyes, GB, beurteilt die “Siegeschancen” gegen den Terrorismus als nur teilweise gut, weil der gesellschaftliche Hintergrund der potentiell für terroristische Anschläge zu motivierenden Jugendlichen nicht beachtet wird. So sei es für die zweite Generation muslimischer Einwanderer in England nur sehr schwer möglich, einen Job zu finden und sich beruflich zu integrieren. Der Ausweg aus dem Defizit an Orientierungs- und Identifikationsangeboten sei deshalb häufig die Moschee und der dort gepflegte Kontakt nach Pakistan getreten. Das Ergebnis fehlender Integration sei Radikalisierung. Dabei sei die Identitäsfrage “Muslim oder Brite?” aber für die meisten noch keineswegs endgültig entschieden. (Teil I)
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