Nachrichten aus der Blogosphäre
Nachrichten aus der Blogosphäre - Internet 2010 (c) sfu 2006
Die folgenden Thesen antworten auf die Frage von “franz.brandtwein” am Dienstag, den 4. Juli 2006, 11:24h, im Blog von Don Alphonso auf rebllmarkt.blogger.de und die dort geführte Diskussion: “Kann mir mal jemand von der “web2.0istkompletterbullshit” Fraktion erklaeren, wie die weitere Entwicklung des Internets aus deren Sicht aussehen wird? Ist das jetzt der Endpunkt? Kommt da nichts mehr? Also - Bloggen quasi als finales Element. Oder wird es doch noch irgendeine Art von Fortschritt geben?” 10 Thesen zur Entwicklung der Kommunikationsstrukturen im Internet bis zum Jahr 2010 (c) Stephan Fröhder 2006
1. Der fortgesetzte technologische Fortschritt beim Erstellen, Verbreiten und Empfangen von multimedialer Informations- und Unterhaltungsangeboten im Internet wird - bei anhaltendem Wettbewerb der Anbieter - den Zugang erleichtern und neue Zielgruppen interessieren.
2. Im Bereich der Endgeräte wird die Vielfalt der 2006 aktuell präsentierten Lösungen zugunsten einiger weniger Standardtechnologien und -Lösungen, abnehmen, die von jedermann leicht erworben und genutzt werden können.
3. Usability bzw. Benutzerfreundlichkeit und die Qualität der Wiedergabe der empfangenen Informationen wird auf Dauer wichtiger sein als technische Features und Höchstleistungen, die im Alltag nicht nachgefragt werden.
4. Dagegen wird die leichte und vielseitige Verarbeitung und Kompatibilität der genutzten Informationen (einschließlich eines wirklich professionellen Supports für den Kunden) eine größere Rolle spielen als bisher.
5. Informations-und Dokumentenmanagement im Web wird auch für den ‘privaten’ Kunden an Bedeutung zunehmen, so dass die Bereitstellung umfangreicher Rechnerkapazitäten nicht mehr zuhause stattfindet, sondern von Internetdienstleistern übernommen wird.
6. Gleichzeitig mit diesen neuen Serviceleistungen im Internet werden Kundendaten beim Anbieter so zahlreich vorhanden sein, dass sich die Angebote (nicht nur aus dem Internet) in hohem Maße personalisieren, also direkt auf den Einzelwunsch und speziellen Geschmack des Kunden zuschneiden lassen (Support on Demand).
7. Für die Informations- und Medienbranche bedeutet diese Entwicklung, dass nach erfolgter ‘Marktbereinigung’ wenige große Anbieter alle gewünschten Medien (Zeitung, Fernsehen, Radio, Buch etc) jeweils aus einer Hand anbieten und die Kunden auf diese Weise mit medialen ‘Komplettlösungen’ an sich binden.
8. Entscheidend im bis 2010 fortgesetzen Prozess dieser “neuen medialen Integration” wird die Frage nach optimierter interpersonaler Kommunikation sein. Sowohl am ‘Arbeitsplatz’ als auch im Bereich der privaten Freizeitgestaltung werden optimierte Kommunikationslösungen weiter veränderte Nutzergewohnheiten und Verhaltensweisen erzeugen.
9. Internetportale, Blogs, Podcast, Video und TV on Demand u.a. werden - unter der Voraussetzung uneingeschränkter Erreichbarkeit und optimaler Verbreitung - einen globalen Dialog und Informationsaustausch ermöglichen.
10. Ob das Internet 2010 eine differenzierte Steuerung des Verhaltens der Konsumenten ermöglicht oder bei zunehmender Medienkompetenz der Nutzer im Hinblick auf Informiertheit und (politische) Beteiligung eine emanzipatorische Wirkung entfaltet, ist keine Frage der dafür bereitgestellten Technologien (Blogospäre, Citizen Journalism, Social Web etc.), sondern eine Frage ‘demokratischer Willensbildung’.